Gesundes Finanzielles Halbwissen

Gesundes Finanzielles Halbwissen

Denken Sie nach, sonst tun es andere für Sie!

Jeden Tag findet man Müll und/oder Lügen an den Finanzmärkten. Meine persönliche Auswahl anbei:

Anmerkungen zu Bitcoin

FundstückeGeschrieben von GesundeSkepsis Di, Juli 10, 2018 20:07:24
Bin über folgendes gestolpert:

https://coincierge.de/2018/dezentrale-boerse-bancor-gehackt-24-984-ethereum-gestohlen/

Also eine Möchtegern-Währung, die so geil und innovativ ist, weil de-zentral qua Bauart, ist sicher. Immer. Heute und in 20 Jahren. Aber eine Börse, die ihre Kundenkonten dezentral verschlüsselt, wird gehackt und ist somit nicht sicher?

Weitere Anmerkungen:
1) Um Gold zu speichern/aufzubewahren, brauche ich ne Schaufel oder einen Tresor. Die zwei Krügerrand Vermögen meinerseits kann ich sogar in der Jeans mitnehmen. Botcoins et al. Kryptos brauchen Strom und Intenet. Die beiden stehen IN EINER KRISE WIRKLICH für alle Nutzer voll umfänglich zur Verfügung? Ich sach mal: Haiti. Halbes Jahr ohne Strom und Telefon nach üblen Hurricans. Aber letztere gibt's ja in der guten Zukunft gar nicht mehr.

2) Wenn ich (muss nicht der Fall sein!) die Artikel nicht falsch verstanden habe, dann gibt es die Software zum Erstellen einer eigenen Krypto-währung gratis zum Download. Würden Sie so eine Software von einem Server in Russland runterladen, um darin ihre "Digitalen Wertsachen" aufzubewahren? Von einer Homepage mit Extension .ru oder .nsa oder .cia oder .fbi ???

3) Aus heutiger Sicht ist der C64 ein besserer Taschenrechner. Wäre Bitcoin mit der damaligen Rechenleistung eines C64 oder meinetwegen auch Amiga programmiert worden, würde sich heute jedes Smartphone totlachen über die "komplexen Rechnungen, welche das Minen von neuen Bitcoins ermöglichen". Genau so lachen aber die Rechner und künstlichen Intelligenzen in 10 oder 20 Jahren über die heutigen technischen Standards. Ergo ist der Fortschritt der natürliche Feind der Kryptos und macht diese immer im Zeitablauf notorisch anfällig für Hacks/Diebstähle. Tolle Aussichten für eine Währung. Gold hat der technische Fortschritt noch nie gejuckt. Bargeld ist durch Technik tendenziell besser bzw. fälschungssicherer geworden.

Ich will ja nicht fortschrittsfeindlich klingen, aber ich glaube einfach nicht an die vielen, vielen Geilheitsprognosen. Immer schön skeptisch bleiben!

Schon wieder Weltuntergang? Ich hab doch nix anzuziehen!!

FundstückeGeschrieben von GesundeSkepsis Mi, März 07, 2018 22:36:29
Erstaunlich ist immer wieder, dass frischgebackene Buchautoren automatisch Experten sind und deshalb auch gerne vermeintlich vertriebsfördernde Interviews geben, siehe hier:

https://www.focus.de/finanzen/boerse/interview-mit-autor-des-draghi-crashs-banken-insider-warnt-in-zwei-jahren-fliegt-uns-das-system-um-die-ohren_id_8570527.html

OK, mal im Detail
1) Die Bankenaufsicht in der EU hat die EZB - weil man mit der Arbeit der EBA unzufrieden war. Was die EBA eigentlich noch außer Stresstests so macht, weiß man auch nicht so genau, aber es hat schon seine Richtigkeit, dass EBA in der grafischen Darstellung der Bankenaufsicht gar nicht auftaucht.

Und ein Experte, der die Aufsichtsstrukturen so schlecht kennt, prophezeit den Crash? Aha...

2) In den Interview kommt zwar 22mal der Begriff EZB vor, aber keine Schilderung des echten Problems: Die Notenbank hat die Aufsicht über ihre Kunden, also die großen Geschäftsbanken. Bock? Gärtner? Interessenkonflikt? Durch die Finanzkrise 2008 wissen wir ja mittlerweile auch, wie niedrig die chinesischen Mauern bei den Investment-Banken waren....aber bei der Notenbank klappt es dann? Mal sehen...

3) Herr Krall hat alle Banken beraten, Zitat "Ich habe den Großteil der internen Ratings der Banken selbst mitentwickelt, kenne also die Materie genau." Also wenn ein Mann quasi alleine reicht, um die internen Ratings zu entwickeln, schafft es ja auch eine Teilzeitkraft pro Bank, die täglich zu bedienen und upzudaten, oder? Was nen Bananenbieger mit Monster-Ego. Was haben die internen Ratings mit realem Risiko bei Banken zu tun? Ratings basieren auf Kennzahlen, nicht auf Marktdaten! Was soll das bitte für ein Rating sein, wenn es sich mit DAX plusminus 5% oder Zins plusminus 1% ändert? Schon mal was von Eigenkapitalunterlegung bei Banken gemäß Basel 3 oder 4 gehört???? By the way: Ratingagenturen waren die Mitverursacher der Finanzkrise mit Ihren AAA Ratings auf strukturierte Produkte

4) Ein neuer Kompass tut Not. Zitat: "Allein durch die Politik von Draghi sind schon 1000 Milliarden vom Sparer zum Schuldner geflossen. Weil eben keine Zinsen geflossen sind. Also ist der Norden de facto enteignet worden – und der Süden hat profitiert." Korrekt, die Geldpolitik war bisher als Erstrundeneffekt zu Lasten der Sparer. Der deutsche Staat ist aber ein gigantischer Schuldner und hat in der Spitze bis 10 Jahre Laufzeit negative Zinsen gehabt, d.h. Milliarden an Zinskosten in allen öffentlichen Haushalten bis runter zu den Kommunen gespart. In Holland und Finnland ebenso. Und auch der Sparer in Spanien oder Italien hat nur unwesentlich mehr Zinserträge als sein Pendant nördlich der Alpen bekommen. Natürlich hat "der Süden" relativ gesehen am stärksten profitiert, aber eben auch der Norden. Weiterhin: Hätte der Sparer im Norden vielleicht nicht auch ein wenig Geld verloren, wenn die Notenbankzinsen nicht so massiv gesenkt worden wären und erst der Euro und später vielleicht die EU auseinander gebrochen wären? Nur so als Denkanstoss....so als kleiner Zweitrundeneffekt.

Fazit: Der Focus schreibt, Markus Krall sei kein Spinner. Das mag ja sein, aber ein Kenner der Materie ist es auch nicht, weil ich da noch andere Ungereimtheiten aus dem Interview aufführen könnte. Deshalb lehne ich es auch ab, mich auf über 200 Seiten mit Murks aus seinem Buch zu befassen. Vermutlich ist er doch mehr am Verkauf seines Buches interessiert als an der Verhinderung des Welt-Finanzuntergangs. Schaun mer mal, Zeit läuft ab jetzt, bis März 2020 geht ja laut Krall alles in die Luft. Ich halte mal dagegen....Wäre ja schön, wenn dann wenigstens in 2 Jahren solche Luftnummern verschwinden.






Der Kaiser steht mächtig nackig da - alles Müller oder was?

FundstückeGeschrieben von GesundeSkepsis Mo, Februar 05, 2018 19:10:29
Ich frage mich ja manchmal selbst, ob ich nicht zu respektlos oder aggressiv gegen diese wandelnden Blendgranaten à la Max Otte oder Dirk Müller schreibe. Aber dann habe ich das hier gefunden und war zufrieden:

http://grossmutters-sparstrumpf.de/die-dirk-mueller-verschwoerung

Also scheint es wohl zu stimmen, dass jeder Mensch bewaffnet mit Hirn, Dreisatz und Taschenrechner allein diesen beiden Herren keinen Groschen zur Verwaltung übergibt. Danke schön!

Genau, Herr Müller. Genau so, wie wir alle sehnsüchtigst auf Ihre Erklärungen zu NSA oder Demokratie gewartet haben, genau so eifrig schmeissen wir einem Welterklärer Ihres Formats unser sauer Erspartes hinterher. Geht klar!

Sogenannte Börsenchampions im Realitätscheck

FundstückeGeschrieben von GesundeSkepsis Fr, Januar 12, 2018 11:29:51

Disclaimer: Ich will hier keine Kollegen schlecht machen, um damit mein eigenes Produkt zu pushen, aber darauf hinweisen, dass es immer noch einen Unterschied zwischen Werbung, Information und gezielter Desinformation gibt. Zur Sache, Schätzchen....

Es gibt Börsenchampions, zumindest beim BCDI (=Börsenverlag). Sogar defensive Champions, was ja wohl suggeriert, dass diese Auswahl an Aktien besonders risikoarm ist. Kann man so aber leider nicht sagen. Hier die nackten Zahlen zur Performance vom Emittenten selbst :


Quelle: https://www.boerse.de/bcdi/news/Langweilig-aber-renditestark/7845402

Angesichts dieser Performance habe ich einen Verdacht, aber dazu später.
Die Fakten lauten:
1) Massive Underperformance auf 1 Jahr, auf 6 Monate richtig gruselig.
2) Massive Outperformance im Rückrechnungszeitraum vor Auflegung des Zertifikats am 30.06.2014
3) Die Outperformance gegen DAX auf 3 Jahre beruht lediglich auf einem starken 2. Halbjahr in 2014, da 12.01.2015 - 12.01.2018 (=3 Jahre) der DAX deutlich besser war.

Wie sind die Risikokennzahlen? Miserabel. Zumindest die Werte, die ich für relevant halte. Ich habe wie üblich onvista.de Kurse auf Excel verglichen, siehe auch meine Homepage www.freier-parkplatz.de


Quelle: onvista.de, eigene Berechnung. Startpunkt ist Auflegung meines Parkplatzes.

FAZIT: Anleger bei den sogenannten Börsenchampions kriegen seit 1,5 Jahren die schlechteste aller Welten. Der maximale Verlust ist höher als beim DAX, der Ertrag ist nur halb so gut wie bei einem anständigen Rentenfonds, während die Volatilität mehr als doppelt so hoch ist. Das kann kein rationaler Anleger wollen, bzw. das mehr als suboptimal. Aber den BDCI trifft keine Schuld, schließlich ist das System starr und regelbasiert. Wobei dann klar erwiesen ist, dass deren Regeln seit mindestens drei Jahren keinen Sinn mehr machen. Der rationale Anleger sollte entsprechend reagieren. Und es scheint einige davon zu geben, schließlich ist nach eigenem Bekunden dieses Zertifikat auf Börsenchampions eines der volumenstärksten in Deutschland (habe ich persönlich nicht geprüft).

Hausaufgaben:
1) Rechne und analysiere selbst, sonst.....
Focus Money hat das offensichtlich nicht getan, weil die noch Ende Dezember 2017 schreiben: "Langweilig, aber renditestark", Link siehe oben. Renditestark ist objektiv etwas anderes, zumal unter Berücksichtigung von Risiken. So ein Produkt defensiv zu nennen ist für mich persönlich im Bereich der Frechheit. Eine Geldanlage schlägt (hypothetisch) auf 10 und 15 Jahre DOW und DAX und ist dann auch noch defensiv? Too good to be true.

2) Gehirn verstärkt einschalten, wenn die Eigenpropaganda zu stark riecht: Sowas wie unten ist mit Blick auf DIE LETZTEN 3 JAHRE! eher unangebracht. Es gibt ex Definition keine "sichersten" Aktien, die Rückgänge seit Juni 2016 sind überdurchschnittlich und die soliden Kursgewinne bewegen sich auf dem Niveau von Festgeld bei Banken mit seltsamen Namen.



Quelle: www.BCDI.de

3) Mal Gedanken machen: Besteht zumindest die theoretische Möglichkeit, dass ein Index in der akademischen Rückrechnung auf 10 und 15 Jahre DOW und DAX um Faktor (!) 2-3 schlägt und im Gegenzug seit 3 Jahren nicht mehr in die Hufe kommt, ein klassischer Fall von ex post Optimierung ist? Und sollte es so sein - warum zahle ich dann signifikant mehr Gebühren als bei einem ETF für weniger Leistung, wenn diese regelbasierte Geldanlage seit nunmehr 3 Jahren wie oben nachgewiesen mehr als suboptimal ist? Wie gesagt - Gedanken machen.

















Blockchain & AI als Investmentthema in 10 Sekunden

FundstückeGeschrieben von GesundeSkepsis Mi, Januar 10, 2018 22:37:42


Als Vorsatz für's Neue Jahr? Einfach mal Fresse halten und nachdenken?

FundstückeGeschrieben von GesundeSkepsis Mi, Januar 03, 2018 00:03:20
Boa ey, ich krieg wieder Brechreiz angesichts der Medienpräsenz von Finanzvollidioten. Die Rede ist wie üblich von meinen Lieblingserklärbären Weik & Friederich hier

https://www.focus.de/finanzen/experten/so-geht-es-ab-2018-weiter-wir-werden-alle-arbeitslos-wirtschaftsprognosen-fuer-deutschland_id_8150687.html

Is klar. Alle werden arbeitslos, nur die Käufer unserer Bücher nicht! Mal im Ernst:

1) Die Dauer-Untergangspropheten sind sooooo langweilig, siehe hier
https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/crashpropheten-und-taeglich-naht-der-untergang_H446068024_496365/
Ja, aufrichtig und Ernst gemeint, jeder Crashprophet kriegt ca. alle 15-25 Jahre Recht. Aber in der Zwischenzeit???

2) Weik & Friederich vernichten Ihr Geld. Physisch. Und haben Spaß dabei.
Die Dödel haben es doch in der Tat geschafft, 2017 einen satten Verlust von -6,4% zu erwirtschaften (Quelle: Börse Stuttgart vom 2.1.2018). Wie bescheuert ist das denn? Also sofern man nicht Steinhoff oder Pro7 gekauft hatte - selbst das Tagesgeld lag ohne Entlohnung der ach so intelligenten Fondsmanager bei etwa 0%.

3) Euer Gesülze anno 2015:
Weik: Der Dax hat sich vielleicht verdreifacht. Aber ist die Produktivität um das Dreifache gestiegen? Haben wir dreimal mehr Menschen eingestellt? Verdienen die Leute dreimal so viel? Nein! Die Probleme haben sich verdreifacht.
Was für ein unintellektuelles Stammtischniveau. Als wenn Aktien Naturgesetzen folgen....und Investment Banking ist eine Naturwissenschaft.....Aua....Noch nie von Psychologie und Über/Unterbewertung an der Börse gehört?

-> Wenn eure Resultate der Anlageentscheidung so dermaßen besch.... sind, sehe ich nur 2 rationale Erklärungen:

a) Eure Prognosen (ob richtig oder falsch) sind irrelevant für die Assets, die ihr kauft. Ergo kauft ihr Sachen, von denen ihr keine Ahnung habt.

b) Eure Prognosen sind inhaltlich richtig, nur das Timing liegt um ein paar Jahre daneben, siehe Zeitraum 2015 bis 2018 und Untergang des Euro und so...kann ja alles noch werden! Aber bis es soweit ist, solltet ihr vielleicht nicht mehr das Geld fremder Leute verbrennen.

Reich technisch wäre noch Variante c) denkbar, dass die Prognosen und Aussagen einfach Murks sind, aber das sollen bitte die Anleger entscheiden.




Könnte BITTE jemand den DJ zum Schweigen bringen?

FundstückeGeschrieben von GesundeSkepsis So, Dezember 03, 2017 23:44:41
Nix gegen vorsichtige, nicht-euphorische, skeptische oder sogar warnende Prognosen - alles, was die eigene Meinung in Frage stellt, sollte unbedingt gelesen und auf sachliche Relevanz geprüft werden, nicht falsch verstehen. Aber kein Mensch braucht solche "Buhuhuhuhhuhu, Weltuntergang in x Tagen, aber bestimmt nicht mehr lange"-Artikel wie den hier:

https://www.teleboerse.de/private_finanzen/Boersencrash-Signale-mehren-sich-article20155353.html

Warum? Weil der Hindenburg-Indikator zwar medienwirksam ist (geil, wenn man das alte schwarz-weiss Bild des brennenden Zeppelins ohne Copyright-Kosten verwenden kann!), aber als Indikator eine bescheidene Trefferquote hat. Siehe z.B. hier:
Quelle: http://ritholtz.com/2013/06/hindenburg-omen-2/

Aber auch ansonsten sind die Crashpropheten irgendwie auch nicht so richtig unterhaltsam bzw. haben keine Trefferquote bei Vorhersagen, die mich dazu veranlassen, meinen Affen zu feuern und die Weltuntergangsapologeten auf meine Dartscheibe werfen zu lassen. Dieser Herr Jim Rogers zum Beispiel mit ausgewählten Zitaten:

● „100%-Chance auf Krise, schlimmer als 2008“ (2011)
● „Nach der nächsten Wahl wird es übel“ (2012)
● „Zieht euch besser in die Berge zurück“ (2013)
● „Verkauft alles und rennt um euer Leben“ (2014)
● „Ein Aktienmarkt-Crash ist überfällig“ (2015)
● „Ein Crash biblischen Ausmaßes steht bevor“ (2016)
● „Legendärer Investor rechnet mit dem schlimmsten Crash zu unseren Lebzeiten“ (2017)

Quelle: https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/crashpropheten-und-taeglich-naht-der-untergang_H446068024_496365/

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum der Mann legendärer Investor sein soll. Wenn er wirklich so investiert, wie auf den Schlagzeilen zu entnehmen, müsste er dauerpleite sein. Und jetzt für alle zum mitschreiben, ich frage morgen ab: Ich persönlich RECHNE nicht mit dem nächsten Crash, ich WEIß, daß dieser Crash kommt, leider habe ich keine Ahnung über den Zeitpunkt. Konsequenz: Ich beschäftige mich mit Fundamental- und Charttechnik, habe einen relativ kurzen Erwartungshorizont und erlaube mir den Luxus, jeden Tag ein bisschen schlauer zu werden, anstatt wie die Untergangspropheten Samuel Beckett's "Warten auf Godot" zu spielen. Aber jeder sucht sich sein privates Lieblingstheaterstück selbst aus, und das ist gut so! Aber jetzt zum Pausenclown! Viel Spaß, auch wenn sie genau wissen, was er sagen wird....

Jim Rogers bei der Arbeit







The only way is up - Aktien können nur steigen!

FundstückeGeschrieben von GesundeSkepsis Mi, November 29, 2017 23:51:01
Also nichts gegen falsche Prognosen, die gibt es zwangsläufig in diesem Gewerbe. Deswegen gebe ich persönlich auch keine Prognosen mehr ab, außer, daß morgen die Sonne im Osten aufgeht. Aber warum denn bitte immer diese Absolutismen.....???

Zitate (es geht übrigens um den DAX-Wert Infineon, also keine Klitsche):

- "Chartanalysten meinen, der Weg könne nur aufwärts gehen."
- "Wirtschaftlich betrachtet waren die Analysten jüngst mit dem Ausblick des Unternehmens einverstanden. Dabei sind noch 65 % der Meinung, die Aktie sei ein Kauf. 35 % wollen halten, während niemand verkauft."
- "Technische Analysten sind ohnehin überzeugt. Die Trendpfeile sind in allen Dimensionen aufwärts gerichtet. Der Abstand zu den gleitenden Durchschnittskursen ist mit bis zu 25 % hoch. Dies ist ein klares Kaufsignal! "

Zu finden hier, veröffentlicht Sonntag 26.11.17:

https://www.finanztrends.info/news/wochenanalyse-infineon-jetzt-geht-es-um-20/

Eröffnung am Montag 27.11.17: 24,55
Schluss am Mittwoch 29.11.17: 23,19

-> Macht so in etwa -5,5% nach Umsetzung der Empfehlung. OK, auch ich habe die technische Situation analog eingeschätzt, habe am Freitag morgen 9:01 zu 24,53 gekauft, aber immerhin zu 23,91 die Notbremse gezogen. Der "Grund" für den Tech-Absturz? Donald das Trumpeltier:

http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/apple-facebook-amazon-stuerzen-ab-kurssturz-bei-tech-aktien-internet-riesen-muessen-trumps-steuerreform-fuerchten_id_7916148.html

Ich will beileibe nicht überheblich sein, aber mit gutem Risikomanagement und setzen von Stop-loss Marken kann man die Verluste m.E. adäquat begrenzen. Steigen die Kurse morgen wieder? Weiß ich nicht, kann ich nicht wissen und ich gebe es auch nicht vor zu wissen - im Gegensatz zu den lohnabhängig beschäftigten Analysten. -5% in 3 Tagen ist 'nen Wort. Ich nehme eine Auszeit und lasse die Finger von Techs - weil solche Abstürze leider normal und nicht vorhersehbar sind - auch nicht bei noch so viel Aufwand im Vorfeld. Man muss damit leben oder es sein lassen.

Bestätigt diese Episode das Vorurteil, dass die Börsenbriefe überhaupt alle viel zu optimistisch sind und und und...? Ich habe da eine interessante Grafik aus der Schweiz (Neue Züricher) gefunden - man könnte jetzt mal neutral formulieren, dass es irrelevant ist, was die Börsenbriefe schreiben. Ich nehme es einfach nur als Signal, stets meinen eigenen Kopf zu benutzen - aber jeder so wie er/sie mag ;-)


Quelle:
https://www.nzz.ch/finanzen/ein-jahresend-rally-als-finale-furioso-ld.1332783

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